Politische Texte (Einsendestand 31.12.2014)

DEINE TEXTE, BEITRÄGE, FUNDSTÜCKE ETC. AN DIESER STELLE:

Wir wollen auf der Webseite eine Rubrik mit Texten einrichten. Wir suchen Texte die Ihr spannend findet und mit dem Film  verbindet. Das wären Texte, die positive, befürwortende wie kritische oder grundsätzlich ablehnende Haltungen zu dem Phänomen Baugruppen beinhalten, auch Presseberichte. Das wären Texte über konkrete oder bereits vergangene Kämpfe gegen den Bau von Eigentumswohnungen und Baugruppen im besonderen, in Berlin, aber nicht nur darauf begrenzt. Das wären Texte,  welche die Eigentumsfrage berühren, indem sie die Immobilie z.B. als Anlage- und Spekulationsobjekt betrachten. Und wir suchen Texte, die die systematische Zerstörung Berlins als Mieterstadt und die forcierte Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnung zum Thema haben. Wir sind offen für Texte/Aufsätze/Berichte, die über andere Kämpfe berichten und in Beziehung zu dem Film stehen, wie Kämpfe gegen Zwangsräumungen, Verarmung, Ausgrenzung. Die Texte müssen keine tagespolitische Aktualität haben. Vielmehr geht es uns darum, so etwas wie ein kleines Textregal über Besitzverhältnisse und Eigentumsfrage aufzubauen – das vielfach nutzbar ist.

Das Archiv wird redaktionell verwaltet.

Blogs und Kurzberichte

Baugruppen in der Kritik

Textauszug: „Dieses Baugruppenhaus kommt daher wie eine Sparversion von mehr oder weniger sich abschirmenden Residenzen wie der „Diplomatenpark“, die „Prenzlauer Gärten“ und der „Marthashof“. Solcherart halboffen wie geschlossen gestalteten Wohnanlagen signalisieren neben der sichtbaren wie unsichtbaren Zutrittsverweigerung auch: wir suchen uns unsere Nachbar*innen selbst aus. Wir sind unsere eigene Lebensstil-Enklave. Wir genügen uns selbst, haben aber natürlich überhaupt nichts gegen Euch.“ Großartige Fotos dazu…

Wir können auch anders: Eigentumstechnische Alternativen und Subversionen

Zeitungsartikel die ähnliche Themen behandeln:

Aus der Zeit 2014 / 41

„DIE LINKE IST KONSERVATIV GEWORDEN“

Von Normcore über die Helikoptereltern bis zum Bionade-Biedermeier:
Spießertum ist jetzt Avantgarde. Warum sehnen wir uns nach der
bürgerlichen Komfortzone?

„Man gibt sich tolerant, klammert sich aber ängstlich an seine
Privilegien. Man kritisiert die Vorherrschaft der Märkte, agiert aber
marktkonform. Wer nicht mithalten kann, hat sich sein Scheitern selbst
zuzuschreiben.
– Und die alte Angst vor der Spießigkeit?
Offenbar ist das Bedürfnis nach Planbarkeit und Sicherung des
Lebensstandards inzwischen größer.“

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Aus der Süddeutschen Zeitung, / 22.10.2014 Seite Drei / Gerhard Matzig

Titel: NEUES DEUTSCHLAND

Jedem sein eigenes Haus. Das ist zu einer Art Ideologie geworden.

Es gibt gute Gründe für Eigentum. Und dagegen. Ein Besuch in der „Landstadt Gatow“ am Rande Berlins

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Aus der taz / 4.10.2014  /Antje Lang-Lendorf

Titel: Das wird alles einmal dir gehören

25 Jahre nach dem Mauerfall läuft eine neue Grenze durchs Land. Die Westkinder erben, im Osten gehen viele leer aus. Die Ungleichheit wächst mit jedem Jahr.

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Aus der taz / 4.12.2014 / Uwe Rada

Der erste Artikel kommentiert die Baugruppen als ehemals alternatives Modell das nun im Mainstream angekommen, auch als solches zu behandeln sei. Der zweite Artikel war der offensichtliche Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte. Denn die Baugruppen haben, so die Wahrnehmung, die dem Artikel zugrunde zu liegen scheint, in der Vergangenheit in einer unsozialen Weise ihre Interessen geltend gemacht – gegen den Widerstand von Kleingärtnern oder Anwohner_innen.

Titel: Von der Nische zum Mainstream

Titel: Baugruppe vs. Stadtgeschichte

 

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Ein Jubelartikel im Spiegel-Online 21.12.2014:

Unter dem Titel „Baugruppen: Die neuen Hausbesetzer“ feiert Spiegel Online-Wirtschaft die Eigentumsbildung einer Potsdamer Baugruppe ab. Hier wird offensichtlich aus einem Lobbyinteresse für Baugruppen der wachsenden Kritik an denselben gegen gesteuert. Kein Wort über die Ausgrenzung ärmerer Menschen, kein Hinweis auf Verdrängung durch Aufwertung. Die Baugruppe lebt in einem luftleeren Raum. Ein gesellschaftliches, ein soziales Drumherum gibt es nicht. Reine Werbung für Baugruppen. Zumal Hausbesetzung in der Regel nicht auf Eigentumsbildung basiert sondern Besitz enteignet hat. Der Artikel ist als unausgewogen zu bezeichnen. Aber insofern interessant, um zu sehen wie derzeit versucht wird Baugruppen als positives Modell gegen vielfältige Kritik zu pushen. Kritik gibt es denn auch reichlich in den Kommentarspalten.

Ein Feigenblatt für den Jubelartikel muss dann offensichtlich Stadtsoziologe Andre Holm abgeben:

Interview: „Baugruppen sind keine Kuschelgruppen“

„Gruppen, die gemeinsam bauen, wohnen häufig günstig. Als soziales Wohnungsprogramm taugen solche Projekte aber nicht, sagt der Stadtsoziologe Andrej Holm. Für Hartz-IV-Bezieher sind sie unbezahlbar.“

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